Eine Fahrt durchs Rheintal – was man sieht, wenn man langsamer wird

Eine Fahrt durchs Rheintal – was man sieht, wenn man langsamer wird

Man fährt oft durch das Rheintal, ohne es wirklich zu sehen. Die Bahnlinie von Rorschach nach Sargans ist eine der meistbefahrenen Strecken der Ostschweiz – für viele nur eine Transitleitung zwischen St. Gallen und Graubünden. Wer aber einmal aussteigt, wer sich Zeit nimmt, wer auf gut Glück in Altstätten oder Buchs den Bahnhof verlässt und einfach geradeaus geht, merkt: Hier lebt eine Region mit einem eigenen Rhythmus.

Berneck – der erste Halt, der es wert ist

Berneck SG ist keine grosse Stadt. Es ist ein Dorf mit einem gepflegten Zentrum, alten Bürgerhäusern und einem Blick auf die Rebhänge, der im Herbst besonders schön ist. Der Bahnhof liegt am Rand – von dort ist das Dorfzentrum in zehn Minuten zu Fuss erreichbar. Es gibt nichts Spektakuläres. Und genau das ist das Schöne daran.

Altstätten – Marktstadt mit Substanz

Altstätten SG ist die grösste Stadt im südlichen Rheintal und hat eine Altstadt, die den Namen verdient. Die Marktgasse mit ihren alten Laubengängen ist eine der schönsten Einkaufsstrassen der Ostschweiz – und weitgehend unbekannt ausserhalb der Region. Der Wochenmarkt am Samstagvormittag ist ein Erlebnis für alle, die regionale Produkte schätzen: Käse aus dem Appenzellerland, Wein aus dem Rheintal, Gemüse aus dem Tal.

Vom Bahnhof Altstätten ist man in zehn Minuten in der Marktgasse. Es gibt eine direkte Verbindung ab St. Gallen stündlich.

Buchs – Grenzstadt mit Weitblick

Buchs liegt an der Grenze zu Liechtenstein. Der Rhein fliesst hier ruhig, breit, grün. Von der Rheinbrücke aus sieht man an klaren Tagen bis in die Vorarlberger Berge. Buchs ist ein Industriestandort, aber auch ein Ausgangsort für Wanderungen in den Werdenberg oder hinüber nach Vaduz, das mit dem Bus in zwanzig Minuten erreichbar ist.

Was das Rheintal von anderen Regionen unterscheidet

Das Rheintal ist eine Region, die sich nicht verbiegt. Kein Tourismusmarketing, das die Erwartungen übertreibt, keine Überfüllung im Sommer, keine Warteschlangen. Was es gibt: gute Küche in einfachen Wirtschaften, ehrliche Gastfreundschaft, eine Landschaft, die sich aus dem Flachland in die Alpen arbeitet und dabei nie aufhört, schön zu sein. Wer einmal im April im Rheintal war, wenn die Obstbäume blühen und die Schneeberge noch weiss leuchten, versteht, warum die Menschen dort bleiben.