Thurgau im April: eine Landschaft, die kurz aufblüht und lange nachhallt

Der Thurgau im April – eine Landschaft, die kurz aufblüht und lange nachhallt

Es gibt eine kurze Phase im Thurgau, die jedes Jahr kommt und geht, bevor man sich richtig darauf vorbereiten konnte: die Apfelblüte im April. Zwei, vielleicht drei Wochen, in denen das Mittelland zwischen Konstanz und Frauenfeld in einem Weiss-Rosa versinkt, das keine Kamera wirklich einfängt. Wer es gesehen hat, kommt wieder. Wer es noch nicht gesehen hat, sollte es nachholen.

Mit der S-Bahn ins Weinland und zurück

Ab Zürich HB fährt die S-Bahn stündlich über Winterthur nach Frauenfeld – Fahrzeit rund 45 Minuten. Von Frauenfeld aus erschliesst das lokale Busnetz die umliegenden Dörfer, Weingüter und Obstgärten. Wer mobiler sein möchte, mietet vor Ort ein Velo. Die Wege sind flach, die Strassen ruhig, und der Thurgau ist ein Kanton, der für das Fahrrad gemacht scheint.

Frauenfeld – mehr als eine Kantonshauptstadt

Frauenfeld hat ein Problem, das viele kleine Schweizer Städte haben: Es liegt zwischen Zürich und Konstanz, und die meisten fahren einfach durch. Das ist schade. Die Altstadt ist kompakt und gepflegt, das Schloss Frauenfeld thront eindrucksvoll über der Murg, und die Gastronomie überrascht mit mehr als dem Erwarteten. Wer einen halben Tag hat, kann ihn schlechter verbringen.

Arbon – die stille Perle am See

Arbon liegt dort, wo die Thur in den Bodensee mündet. Das Schloss, das direkt am Seeufer steht, ist eines der schönsten Motive der Bodenseeregion – und kaum bekannt ausserhalb der Region. Der Seeuferweg von Arbon nach Rorschach ist an einem Aprilnachmittag eine der schönsten Wanderungen der Ostschweiz: flach, windgeschützt, mit wechselnden Blicken auf den See und die österreichischen Ufer.

Ab St. Gallen ist Arbon mit der S-Bahn in 25 Minuten erreichbar. Ab Zürich mit Umsteigen in Rorschach in rund 90 Minuten.

Was man mitnehmen sollte

Feste Schuhe, weil die Feldwege zwischen den Obstgärten im April noch feucht sind. Eine Thermoskanne, weil die Beizli in den kleinen Dörfern manchmal noch geschlossen haben. Und genug Zeit, um nicht hetzen zu müssen. Der Thurgau belohnt die Langsamkeit. Er bestraft die, die durchfahren.